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INFORMATIONEN ÜBER SUCHT UND SUCHTMITTEL !!!
1957 definierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Sucht als Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung,
die durch wiederholte Zufuhr einer bestimmten Substanz hervorgerufen wird und durch vier Kriterien gezeichnet ist:
1. Unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels
2. Tendenz zur Dosissteigerung
3. Physische und psychische Abhängigkeit
4. Folgeschäden für den Konsumenten und die Gesellschaft
Sucht ist nicht auf den Umgang mit bestimmten Stoffen beschränkt. Jede Form menschlichen Verhaltens kann zur Sucht werden oder suchtähnliche Züge annehmen,
z.B. Kaufsucht, pathologisches Glücksspiel, Arbeitssucht.

WAS IST SUCHT?
Die Frage, warum jemand suchtkrank wird, ist nicht zu beantworten.
Es gibt nicht die Suchtpersönlichkeit, die Suchtfamilie oder die Suchtursache.
In dem meist mehrere Jahre andauernden Prozess der Suchtentwicklung wirken häufig
eine ganze Reihe von Faktoren zusammen. Die Hintergründe lassen sich letztlich nur durch die
intensive Auseinandersetzung mit der konkreten Lebensgeschichte des Betroffenen begreifen.
Wissenschaftlich unbestritten ist mittlerweile, dass für die Entstehung der Alkoholkrankheit
neben sozialen, psychischen und weltanschaulich deutbaren Teilursachen auch eine
physiologische Disposition angenommen werden muss.
So können Menschen, die nicht gelernt haben, ihre Gefühle auszudrücken, versucht sein,
ihre ungeliebten Gefühle durch Suchtmittelmissbrauch zu betäuben.
Auch belastende soziale und familiäre Situationen, wie Arbeitslosigkeit,
Trennung von nahe stehenden Menschen
oder die Monotonie des Alltags, können den Weg ebnen zu Missbrauch und Sucht.
Andere Betroffene hatten in ihrer Kindheit traumatische Erfahrungen durch häusliche Gewalt oder
sexuellen Missbrauch, die sie nicht wieder verarbeiten konnten.
Bei anderen steht der Spaß in der Gruppe, Leichtsinn und die Suche nach neuen Erlebnissen im
Vordergrund des Suchtmittelkonsums.
Suchtentwicklung vollzieht sich durch:
Erfahrung - Wiederholung - Gewöhnung

Anfangs ist der Griff zum (späteren) Suchtmittel ein Erfolg: Je nach Wirkungsweise
des jeweiligen Mittels und persönlicher Verfassung fühlt man sich erleichtert, entlastet
und entspannt. Vielleicht erlebt man Gefühle und Stimmungen, die man bisher nicht kannte.
Man fühlt sich jedenfalls besser als vorher. Wer gelernt hat Stimmungen und Gefühle
mit Hilfe des Suchtmittels zu steuern, gerät leicht in die Versuchung, dies häufiger zu tun.
Doch der positive Effekt verfliegt in der Folgezeit immer schneller. Die Fähigkeit, auf
persönliche Schwierigkeiten angemessen zu reagieren, nimmt weiter ab.
Der Wunsch, das Mittel zu konsumieren, wird so stark, dass es immer häufiger missbraucht
wird, immer noch in der trügerischen Hoffnung, einen bestimmten Gefühlszustand und
Wohlbefinden zu erreichen. Schließlich wird der Versuch, durch eine weitere steigernde Dosis
des Suchtmittels eine bessere Wirkung zu erreichen, zum Verhängnis.
Seelische Abhängigkeit entsteht - das Suchtmittel wird zum Dreh- und Angelpunkt aller Handlungen,
Gedanken und Gefühle. Es geht nur noch darum, die tiefe Missstimmung und Niedergeschlagenheit
zu vermeiden, die durch das Fehlen des Suchtmittels entsteht.
Die Sucht hat die ursächlichen Probleme überlagert und neue geschaffen.

Folgen psychischer Abhängigkeit sind z.B.:
- Einengung der Interessen auf das Suchtmittel, d.h. der unbezwingbare
Drang zur Einnahme und Beschaffung des Suchtmittels um jeden Preis
- Wiederholungszwang und Kontrollverlust bezgl. Beginn, Beendigung und
Menge des Suchtmittel-Konsums
- Vernachlässigung und Verlust familiärer, beruflicher bzw. schulischer
Interessen
- Wechsel der Freunde
- Unwahrhaftigkeit bezüglich der Menge und Häufigkeit der Stoffeinnahme
- Anhaltender Suchtmittel-Konsum trotz psychischer und sozialer Folgeschäden.
Psychische Abhängigkeit ist schwer zugänglich und auflösbar. Sie ist der Hauptgrund
dafür, dass Abhängige in ihr altes Verhalten zurückfallen,
selbst wenn sie Monate oder sogar Jahre ohne Suchtmittel leben.
Neben der seelischen Abhängigkeit gibt es bei Alkohol, Nikotin,
verschiedenen Medikamenten und Heroin auch eine körperliche:
Der Organismus reagiert auf die ständige Zufuhr des Suchtmittels mit einer
Anpassung des Stoffwechsels. Wird ihm das Suchtmittel abrupt entzogen, kommt es
je nach Substanz zu unangenehmen bis schmerzhaften oder sogar
lebensbedrohlichen Entzugserscheinungen. Sie klingen bei erneuter
Suchtmittelzufuhr wieder ab.
Ein Vorzeichen körperlicher Abhängigkeit ist die Gewöhnung mit
Toleranzentwicklung und Dosissteigerung.
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